Technische Grenzen
Höhen, Steigungen und Überhöhungen verändern die Gleisgeometrie selbst. Diese Seite nennt die Regeln, die daraus folgen, damit ein überraschendes Ergebnis als Folge erkennbar wird und nicht als Fehler.
Was der Plan speichert
Ein Gleis liegt im Grundriss immer eben. Höhe, Steigung und Überhöhung stehen als Zahlen an seinen Enden, und dazwischen wird das Gleis gebogen. Daraus folgt:
- Fangen, Auswählen, Drucken und die 2D-Ansicht rechnen mit dem unveränderten Grundriss.
- Passen die Werte zweier Enden an einem Stoss nicht zusammen, ist das ein sichtbarer Absatz.
- Raily 4 kennt diese Zahlen nicht und zeigt die Strecke eben. Verloren gehen sie dabei nicht.
Rampen
- Gleis biegen ist die Vorgabe, weil ein als Ganzes geneigtes Gleisstück die Steigung im Bogen nicht hält: Es verlässt einen Bogen flacher, als es ihn betreten hat, bei einem Viertelkreis eben. Der Knick sitzt dann im Stoss. Elemente eben lassen ist für die Kompatibilität da.
- Eine Rampe muss an den Enden ausgerundet sein. Zwei Gleise gelten als verbunden, wenn ihre Enden höchstens 3 mm auseinanderliegen und ihre Richtungen auf etwa 1° passen, auch in der Höhe. Schon 2 % Steigung ohne Ausrundung sind mehr. Der Rampen-Editor rundet von sich aus.
- Am oberen, freien Ende einer Wendel steigt das Gleis mit voller Steigung weiter. Ebenes Gleis rastet dort nicht ein; setzen Sie eine kurze Rampe dazwischen.
- Eine Weiche ist starr. Sie lässt sich anheben und neigen, aber nicht verwinden, und bekommt keine Überhöhung.
- Masten und Beschriftungen merken sich ihre Stelle als Länge entlang des Gleises. Weil ein gebogenes Gleis länger wird, rutschen sie auf einer steilen Rampe ein Stück, etwa 9 mm auf 10 m.
Überhöhung
Gerechnet wird tan(Überhöhung) = v² / (r · g), Stelle für Stelle, dann begrenzt auf die
maximale Überhöhung (Vorgabe 160 mm des Vorbilds, umgerechnet) und auf die
Überhöhungsrampe 1:N. Deshalb beginnt die Verwindung schon vor dem Bogen.
Ist ein Bogen für seine Rampe zu kurz, bekommt er weniger Überhöhung, keine steilere Rampe. Die Anzeige sagt es.
Wendel, Tunnel und Damm
Ein Gleis ist eine Linie und darf sich beliebig nahe kommen. Ein Tunnel, ein Damm oder ein Einschnitt zieht einen Querschnitt der Strecke entlang. Liegen die Windungen einer Wendel näher beieinander, als das Profil hoch ist, gibt es diesen Körper nicht, und Raily verweigert ihn. Schuld ist dann die Steigung pro Windung.
Ist ein Profil breiter als der Halbmesser des Bogens, fällt sein innerer Teil zusammen. Das Bauteil wird dort flach, bleibt aber verwendbar.
Wie breit ein Tunnel vorgeschlagen wird
Nicht die Breite des Wagens entscheidet, ob er durchkommt. Im Bogen schwenkt ein langer Wagen mit der Mitte nach innen und mit den Enden nach aussen aus, und auf Modellradien ist das viel: Ein 26,4-m-Wagen überstreicht auf R1 (360 mm in H0) fast das Doppelte seiner Breite.
Tunnel erstellen… schlägt die Innenbreite deshalb aus dem vor, was Vergleichsfahrzeuge auf dem Halbmesser dieses Gleises überstreichen. Als Anhaltspunkt für eine 4500 mm weite Röhre (Vorbildmass, H0):
| Fahrzeug | ab Halbmesser |
|---|---|
| Reisezugwagen, 26,4 m | 725 mm |
| Lokomotive, 15,4 m | 235 mm |
| Zweiachsiger Güterwagen, 14 m | 190 mm |
| Kurzwagen, 8 m | 100 mm |
Die Zahl ist eine untere Schranke
Gerechnet wird ein starrer Quader auf einer festen Linie. Schwanken, Federung, Puffer, Tritte und die Lücken zwischen gekuppelten Wagen kennt die Rechnung nicht, und zwei Gleise nebeneinander brauchen den Zuschlag zweimal. Wer eng baut, stellt den längsten Wagen von Hand durch den Bogen, bevor er den Berg darüber schüttet.
Ziehen in der 3D-Ansicht
Ein gezogenes Element landet dort, wo der Strahl durch den Zeiger die Arbeitsebene trifft. Nahe am Horizont gibt es dafür keinen brauchbaren Ort mehr: Das Element bleibt stehen, bis der Zeiger wieder auf eine sinnvolle Stelle zeigt. Drehen Sie die Ansicht steiler, statt gegen die Grenze zu ziehen.
Sehr dünne Linien
Eine Linie mit Breite wird als Fläche aufgebaut, und das kostet umso mehr, je dünner sie ist. Importierte Zeichnungen bringen oft 0,26 mm mit. Brauchen Sie die Breite nicht, stellen Sie sie auf 0: Die Haarlinie ist immer ein Bildschirmpixel breit.
Katalogangaben
Hersteller, Verkaufszeitraum, Schienenmaterial und die Aufbauhöhe stammen aus Katalogen, technischen Unterlagen und Messungen an echtem Gleis. Ältere Produkte sind lückenhaft dokumentiert, und Schwellenhöhen veröffentlicht kaum ein Hersteller; wo sie fehlen, sind sie geschätzt. Darum: nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Die Geometrie der Gleise stimmt, die Aufbauhöhe kann im Einzelfall danebenliegen.
Wer nachmisst, weiss es genauer. Wir freuen uns über Korrekturen mit Modul, Artikelnummer und gemessenem Wert an support@enigon.com.